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Das Wassersystem

Die Zisterzienser, seit jeher bekannt für ihre Wasserkunst, berücksichtigten auch bei der Gründung des Oseker Klosters geschickt die natürlichen Verhältnisse, um das Wasser für ihre Zwecke nutzbar zu machen. So entstand ein wohl durchdachtes Wassersystem, dessen grundsätzliche Funktionalität bis heute erhalten geblieben ist.

Für die Wasserversorgung wurden zwei Möglichkeiten genutzt: Einerseits diente hierzu der nördlich des Klosters entspringende Oseker Bach, wo aufgrund der Steilheit des Geländes eine Kaskade von Teichen zur besseren Fassung des Wassers errichtet wurde. Die zweite Rescource bildeten die in unmittelbarer Umgebung existierenden Quellgebiete.
Wie aus einer Karte aus dem Jahre 1898 hervorgeht, spiegeln sich diese beiden Arten von Wasserresourcen sozusagen in zwei selbstständigen Wassersystemen wider.
So bestand ein Wassersystem aus offenen Kanälen und Gräben und nutzte das Wasser des Oseker Baches, welches durch die erwähnten Teiche gesammelt wurde. Im Gegensatz dazu, wurde das Quellwasser durch unterirdische Rohrleitungen dem Kloster als Trinkwasser zugeführt.

Ein quasi drittes System bildete die Entwässerung und Kanalisation, bestehend aus unterirdischen Stollen und Kanälen, welche das Regen- und Abwasser in die verschiedenen Klosterbereiche führte. Bevor dieses Wasser das Klostergelände verließ, wurde es über sogenannte Reinigungsteiche und anschließend über Zierteiche geleitet.

Das Wassersystem des Klosters Osek diente bis gegen Mitte des 20. Jhs. vor allem der Frisch- und Brauchwasserhaltung. Gerade für den Wirtschaftsteil und die Brauerei bestand ein enormer Bedarf an frischem Quellwasser.

Von diesem barocken Entwässerungssystem hat sich nur ein Teil erhalten, da der größte Teil im Jahre 1978 durch eine getrennte Abwasser- und Regenwasserkanalisation ersetzt wurde. Hierdurch wurde die ursprünglichen Gesamtlänge der Kanäle und Stollen von 1.700 m auf 674 m reduziert.
Zwar blieben die Sozialeinrichtungen des Konvents weiterhin an dem ursprünglichen System angeschlossen, aber durch den Wegfall des Durchspülwassers, wurde die Funktionalität des Wassersystem nachhaltig gestört.

Das Wasser wurde aber nicht nur ausschließlich zur Wasserversorgung genutzt. Vielmehr tritt das stehende und fließende Wasser als eines der wesentlichen Gestaltungselemente der Klosteranlagen auf. Auch hier nutzte das ausgeklügelte Wassersystem die Vorteile der Topographie auf unterschiedliche Weise:
So befand sich beispielsweise inmitten der Stützmauer zwischen zwei Terrrassen eine Kaskade mit zwei wasserspeienden Pferden, während Fontänen die Nebenachsen des Garten akzentuierten. Und im oberen Abtgarten prägt ein großes Wasserbecken dessen Atmosphäre.

Heute ist ein Großteil der Schäden an der Bausubstanz des Klosters Osek und seiner Gärten auf Defekte bzw. Zerstörungen des historischen Wassersystems zurückzuführen. Große Bereiche der Gebäude zeigen Feuchteschäden, die die Bausubstanz stark angegriffen haben. Darüber hinaus, führt unkontrolliert aus dem Wassersystem austretendes Wasser zu Setzungserscheinungen.