| |


|
Maria Radschitz
Ungefähr 15 Kilometer von Teplice, zwischen Osek und
Most, befindet sich der Wallfahrtsort Maria Radschitz.
Der Ursprung dieses Wallfahrtortes ist mit der Verehrung des
Gandenbildes der schmerzhaften Mutter Gottes unter dem Kreuze
verbunden und reicht bis ins 13. Jh. zurück. Die Geschichte
besagt, dass das Gnadenbild in Folge eines Gelöbnisses
unter dem Oseker Abt Theoderich II. im Jahre 1280 aufgestellt
und seitdem verehrt wurde.
Kirche, Kreuzgang und Pfarrei wurden einheitlich im Barockstil
zum Anfang des 18. Jhs. erbaut. Am Haupteingang zu Kirche und
Kreuzgang steht die Statue der hl. Dreifaltigkeit, die gleichzeitig
Mariens Krönung darstellt. Am Steinsockel stehen die Statuen
des hl. Franz von Assisi, Johann von Nepumuk, Benedikt, Bernhard,
Wenzel und Antonius von Padua. Vor der stark zerstörten
Pfarrei steht noch die Statue des hl. Laurentius.
Der quadratische Kreuzgang öffnet sich mit seinen Arkaden
in den Hof um die Kirche. Die insgesamt sechs Kapellen zeigen
die Schmerzen der Mutter Gottes, während der 7. Hauptschmerz
(Jesu Tod am Kreuze) am Hauptaltar in der Kirche dargestellt
wird.
Teile des Kreuzgangs sind mit Wand- und Deckenfresken geschmückt,
die teilweise sehr beschädigt sind und eine Restaurierung
sehr schwierig oder gar unmöglich erscheinen lassen. Mit
ihren Motiven, entsprechen die Deckenfresken den einzelnen
Bitten der lauretanischen Litanei, welche in 36 Bildern mit
begleitendem lateinischem Text widergegeben ist.
Die Wandfresken dagegen zeigen in Form von Doppelbildern die
Gebetserhörungen auf die Fürbitte der Gottesmutter.
Sie werden auf das Ende des 17. und die erste Hälfte des
18. Jhs. datiert. Der aus 47 Bildern bestehende Zyklus zeigt
bspw. Heilungen von schweren Krankheiten, Rettungen bei ernsten
Unglücken, Naturkatastrophen oder die Rückgabe des
Augenlichtes.
Die der Schmerzhaften Mutter Gottes geweihte einschiffige
Kirche zeigt ein mit Lunetten versehenes Gewölbe. Zur
linken Seite des Presbyteriums liegt die Sakristei und zur
rechten die St. Anna Kapelle. Der Turm ist über dem Kirchenvorraum
und in den Kreuzgang eingebaut. Im Kirchenvorraum führt
die rechte Tür in die Taufkapelle mit dem Taufbecken aus
dem Jahre 1686. Nach Eintritt in die Kirche spannt sich, gestützt
auf zwei Säulen, in ganzer Breite der Chor mit der Orgel.
An der Brustwehr befindet sich die Statue der Pietas aus Mariaschein.
Die reich geschnitzte Kanzel stellt im Unterteil die Busspredigt
des hl. Johannes des Täufers, Jesus im Tempel und das
Auftreten des hl. Petrus am Pfingstfest dar.
Im Gegensatz zu den alten und sehr dunklen Gemälden, sind
die Statuen im Kirchenschiff neuzeitig. Auf der linken Seite
stehen die Stauen der vier heilige Frauen Ludmilla, Nothburga,
Agnes von Rom und Odilie. Ihnen gegenüber sind auf der
rechten der vier heilige Männer Franz von Assisi, Alois,
Johann von Nepomuk und Valentin zu sehen.
Am linken Ende des Querschiffs steht der Seitenaltar des hl.
Josef, während sich am rechten Ende der den 14 Nothelfern
geweihte Altar befindet. Bilder und Statuen sind hier neuzeitlich.
Das Presbyterium ist erhöht und auf beiden Seiten stehen
reich geschnitzte Chorbänke. In den Ecken über den
Bänken befinden sich die Statuen der heiligen Elisabeth
und Zacharias, Johannnes des Täufers und Simeon. Die vier
Doppelbilder aus dem 18. Jh. stammen vom Maler Raab und stellen
den Märtyrertod einiger Heiligen, einige Apostel, Jesu
Taufe sowie die Kreuzerhöhung dar.
Auf der rechten Seite der Kirche befindet sich der Herz-Jesu-Altar
und neben ihm ist in einer Nische die Rosenkranzstatue zu finden.
Der Hauptaltar in jetziger Gestalt stammt von 1910 und steht
frei unter der ovalen Kuppel der Kirche. In der Mitte ist er
durch große verglaste Nischen durchbrochen, in denen
auf der Vorderseite das Gnadenbild sowie auf der Hinterseite
Maria Magdalena knieend unter dem Kreuz zu sehen ist. Das ca.
1,50 m hohe Gnadenbild befindet sich hinter Glas und die ursprüngliche
Holzstatue ist mit einem vergoldeten Metallgewand umgeben.
Am Unterteil des Altars befinden sich kleine Reliefe und am
Tabenakel ist Jesus beim Abendmahl abgebildet. Hoch über
dem Gnadenbild erhebt sich bis zum Kirchengewölbe das
Kreuz. Zu beiden Seiten des Altars steht eine größere
Statue – der Apostel Johannes links und die hl. Veronika
mit Jesu Schweißtuch rechts. In den vier Ecken des Altars
sind die kleinen Statuen des hl. Ambrosius, Augustin, Hieronymus
und Gregor des Großen zu sehen. |





|